Presse / Aktuelles Artikel "Die chinesischen paramilitärischen Truppen gehen immer gewaltsamer gegen " vom 18.04.2008
Die chinesischen paramilitärischen Truppen gehen immer gewaltsamer gegen
tibetische Klöster vor. Mönche werden zu Hunderten festgenommen. Hierzu
erschien heute eine Pressemitteilung von Radio Free Asia, die wir später
übersetzten werden:
http://www.rfa.org/english/news/2008/04/17/tibet_crackdown/
Tsering Woeser ist derzeit die bedeutendste tibetische Schriftstellerin in
Tibet oder China. Sie veröffentlichte Einträge in ihrem Blog über die
Vorfälle in Tibet vom 10. - 25. März. Es sind zeitnahe Berichte einer
Insiderin über das Geschehen in Tibet mit vielen interessanten Details,
besonders über das ungeheure Ausmaß und die Reichweite der Proteste. Seit
dem 10. März steht Woeser unter Hausarrest in Peking.
http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2008/WoeserBlog.html
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Das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie berichtete gestern
über den Überfall der chinesischen Polizeitruppen auf das Kloster Rongpo
oder Rongpo Gompa (Longwusi), das sich in der Stadt Rebkong (Tongren) in
der Provinz Qinghai befindet und in vielen Reiseführern erwähnt wird. Auch
das Tibetan Solidarity Committee berichtete darüber, tibetische Namen
werden oft unterschiedlich transkribiert, daher die verschiedene
Schreibweise in den beiden Meldungen.
Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Top Floor, Narthang Building, Gangchen Kyishong, Dharamsala 176215, H.P.,
India
Phone/Fax: +91 1892 23363 / 25874, e-mail: dsala@tchrd.org, www.tchrd.org
Pressemitteilung, 17. April 2008
Über hundert Tibeter im Bezirk Rebkong verhaftet
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Laut einer dem TCHRD zugegangenen bestätigten Information wurden heute im
Bezirk Rebkong (chin. Tongren Xian), TAP Malho (chin. Huangnan), Provinz
Qinghai, über 100 Tibeter, sowohl Mönche als auch Laien, verhaftet, die
friedlich demonstriert hatten.
Um etwa 11:00 h (Beijinger Zeit) veranstalteten 22 Mönche des Klosters Rong
Gonchen eine friedvolle Demonstration auf dem zentralen Marktplatz des
Bezirkes Rebkong, bei der sie nur die Freilassung von drei Mönchen, Lobsang
Dhondup (20), Drakpa (28) und Lobsang Dhondup (30), forderten, die am 13.
April festgenommen worden waren. Diese hatten am 16. März an einem
Friedensmarsch teilgenommen.
Bereits wenige Minuten nach Beginn der Demonstration wurden die 22 Mönche
von den paramilitärischen Kräften festgenommen. Als die Nachricht über ihre
Festnahme das Kloster Rong Gonchen erreichte, marschierten 80 Mönche zum
Marktplatz des Bezirkes und forderten dort die Freilassung der 22 Mönche.
Nun schlossen sich auch die Tibeter, die sich zu jener Zeit auf dem
Marktplatz befanden, dem Protest der Mönche an, der recht laut wurde.
Ein weiteres Kontingent paramilitärischer Kräfte rückte auf dem Marktplatz
ein. Als die Situation immer gespannter wurde, begab sich der frühere Abt
des Klosters Rong Gonchen, der 80jährige Alak Khasutsang, zum Marktplatz,
mit der Absicht, die Ruhe wiederherzustellen. Die chinesischen
Sicherheitskräfte begannen jedoch damit, jeden, ungeachtet seines Alters
oder Status, schwer zu schlagen. Über 80 Tibeter, sowohl Mönche als auch
Laien, wurden festgenommen und in die Haftanstalt des Büros für Öffentliche
Sicherheit des Bezirkes gebracht.
Zu der Zeit, als das TCHRD diese Mitteilung erhielt, hatte bereits eine
große Anzahl Sicherheitskräfte das Kloster Rong Gonchen besetzt, sie
machten es für Besucher dicht und schlossen die Mönche im Kloster ein.
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Tibetan Solidarity Comitee
http://www.stoptibetcrisis.net,
Pressemitteilung, 17. März 2008
Protest der Mönche des Klosters Rongpo - Täuschungsmanöver der Behörden
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Einer zuverlässigen Information zufolge kam es heute gegen 11:00 h
(Ortszeit) zu einem großen Protest von Mönchen des Klosters Rongpo (Provinz
Amdo) und ortsansässigen Tibetern der Umgebung. Dieser friedliche Protest
wurde gewaltsam niedergeschlagen und mehr als 140 Personen verhaftet. Es
liegen uns derzeit keine Informationen über die Zahl der Todesopfer vor. Zu
dem Protest kam es aus folgendem Grund:
Am 12. April drangen chinesische Sicherheitsbeamte in das Kloster Rongpo
ein. Am folgenden Tag, dem 13. April, nahmen sie, ohne das Wissen der
anderen Mönche, drei Mönche, nämlich Lobsang Dhondup (20), Drakpa (28) und
Lobsang Dhondup (30), unter dem Vorwand mit, sie seien in frühere
Demonstrationen involviert gewesen. Die Sicherheitsbeamten versicherten,
diese drei Mönche würden nicht verhaftet, sondern lediglich zu den
Vorfällen befragt werden. In Wahrheit wurden diese drei Mönche jedoch in
Haft genommen, um der übergeordneten Instanz beweisen zu können, daß sie
ihre Schuld zugegeben haben. Als die verbleibenden Mönche des Klosters am
14. April die Inhaftierten sehen wollten, erfuhren sie, daß diese sich mit
100 anderen Tibetern in Haft befanden. Als sie sie am darauf folgenden Tag
erneut sehen wollten, waren sie verschwunden, und keiner wußte, wohin sie
gebracht worden waren. Dieser Vorfall führte zu Empörung und
Auseinandersetzungen zwischen den Tibetern und den lokalen Behörden, obwohl
die Behörden ihnen mit Schikanen drohten. Am 16. April wurde das Kloster
von Militär umstellt. Aus Verzweiflung über diese unerträglichen
Repressionen fingen 22 Mönche zu protestieren an, bald wuchs die Zahl auf
80 Mönche und Tibeter aus der dortigen Bevölkerung an, die die Freilassung
der drei inhaftierten Mönche forderten. Alle wurden festgenommen, sogar der
ehrwürdige Alak Khaso Tsang (80), der versucht hatte, die Situation zu
beruhigen.
Einer anderen zuverlässigen Quelle zufolge gaben kürzlich neun Mitglieder
der kommunistischen Partei Chinas ihren Rücktritt von ihren Ämtern bekannt;
es gibt darüber keine weiteren Informationen. Die kommunistische Partei
geht mit den Tibetern absolut unmenschlich um und benutzt gleichzeitig
allerlei Strategien, um die Welt zum Narren zu halten. So verbietet es die
Kommunistische Partei Chinas beispielsweise ihren Mitgliedern, eine
Religion auszuüben. Doch während des kürzlich stattgefundenen Besuches von
verschiedenen ausländischen Medienvertretern in Lhasa wurden die Kader der
Partei angewiesen, sich als Tibeter zu verkleiden und Klöster aufzusuchen.
Diese Anweisung hat dazu geführt, daß einige Parteimitglieder die
kommunistische Ideologie in Frage stellten, was möglicherweise den
Rücktritt der neun Parteimitglieder erklären könnte.
An den Demonstrationen in Lhasa vergangenen Monat hatten sich auch über 100
Lehrer und Studenten der Tibet University beteiligt. Viele ältere
Mitarbeiter haben nun ihre Arbeitsplätze verloren, während die Universität
mit einer Kampagne der "patriotischen Umerziehung" überzogen wurde.
Dr. med. Ingfried Hobert
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