Presse / Aktuelles Artikel "Gold für MENSCHENRECHTE" vom 17.04.2008
In Anbetracht der äußerst kritischen Situation in Tibet appellieren wir an
die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich unserer
folgenden Forderungen dringend anzunehmen:
1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu
schicken;
2) der freien Presse unverzüglich Zugang nach ganz Tibet zu ermöglichen;
3) dem brutalen Morden in ganz Tibet unverzüglich ein Ende zu setzen;
4) für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und verhafteten
Tibeter zu sorgen;
5) die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu
lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen. GOLD FÜR MENSCHENRECHTE: Amnesty International - Petition an den
Präsidenten der VR China Herr Wen, alle Unterschriften werden noch vor der
Olympiade übergeben.
http://www.goldfuermenschenrechte.de/petition.php
Am 19. - 20. April 2008 findet die 36. Jahresversammlung der
Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte/IGFM statt im
Gustav-Stresemann-Institut e. V., Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn unter dem
Motto „Olympia 2008 – made in China Milliarden ohne Menschenrechte“. Am
Samstag, den 19. April um 9Uhr ist die Eröffnung gefolgt von einem
Gastvortrag der uigurischen Bürgerrechtlerin Rebiya Kadeer. Ab 15 Uhr tagt
der Arbeitskreis China, u.a.der Film "Tibet Undercover":
:
Ein bemerkenswerter Film, den ein Exiltibeter letztes Jahr heimlich in
Tibet drehte, und der die wahre Lage der Tibeter schildet, ist hier:
http://video.google.ca/videoplay?docid=7982410976871193492&q
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Tibetan Solidarity Committee
http://www.stoptibetcrisis.net, 13. April 2008
Zustände erinnern an die Kulturrevolution: Immer mehr Mönche werden
aufgrund falscher Beschuldigungen verhaftet
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Laut einer zuverlässigen Quelle wurden am 12. April 2008 alle Äbte und
Verwaltungsleiter aller Klöster und Ämter der verschiedenen 18 Bezirke in
der Präfektur Kardze, Provinz Sichuan, zu einer Versammlung in Dartsedo
(chin. Kangding) einberufen. Auf dieser Versammlung wurde der Vorfall
erörtert, der sich am 26. März im Bezirk Sershul (chin. Shi Qu) ereignet
hatte. Was am 26. März vorgefallen war, ist, daß bei diesem Treffen ein
chinesisches Propagandavideo über die Proteste am 14. März gezeigt wurde.
Dieses Video zeigte die Tibeter bei ihren Demonstrationen als in hohem Maße
gewalttätig und mit Seiner Heiligkeit im Hintergrund als Drahtzieher der
Ereignisse. Die tibetischen Mönche stimmten mit dem, was sie auf dem Video
sahen, überhaupt nicht überein und appellierten an die chinesische
Führungsspitze, sich doch auf den Dialog mit Seiner Heiligkeit, dem Dalai
Lama, einzulassen.
Ein ranghoher Mönch erklärte, es stimme ihn äußerst traurig, wenn er sehe,
wie sich die Menschen in dem Video abschlachteten. Jedenfalls brachte
dieser Mönch, was die Richtigkeit des Gesehenen betrifft, seine Skepsis zum
Ausdruck und stellte Fragen, besonders insofern als es darin keine Szene
gab, in der die bewaffnete chinesische Polizei ihrer Aufgabe nachkam,
nämlich die Gewalttätigkeit zu bremsen. Weiterhin betonte dieser ranghohe
Mönch, daß Seine Heiligkeit zu keinerlei Gewalt aufrufen oder anregen
würde, da er ja die Verkörperung des Buddhas des Mitgefühls sei. Er werde
als Inbegriff der Gewaltlosigkeit betrachtet, weshalb viele Länder sein
Werk mit zahlreichen Preisen geehrt hätten. "Wenn Seine Heiligkeit ein
Förderer der Gewalt wäre, als welchen die chinesische Regierung ihn
hinstellt, dann würde die Welt ihn wohl kaum mit so vielen Preisen
auszeichnen". Diese bloße Bemerkung des Mönches wurde als schwere
Verfehlung betrachtet und die chinesischen Offiziellen zwangen ihn, seine
Äußerung als falsch zurückzunehmen.
Bei dieser selben Versammlung am 12. April kündigten die chinesischen
Offiziellen an, daß sie eine neue Verordnung herausbrächten, daß nämlich ab
sofort alle Klöster eine chinesische Fahne zu hissen hätten. Es würde von
jedem gefordert werden, daß er sich unter eine chinesische Fahne stelle und
dort erkläre, der Dalai Lama habe die jüngsten Proteste angezettelt und er
sei ein Separatist.
Diese Ankündigung provozierte die Tibeter dazu, sich deutlich gegen China
auszusprechen, selbst wenn es ihren Kopf kosten sollte. Alle tibetischen
Mönche und Laien erklärten, sie würden keine Verhöhnung Seiner Heiligkeit
hinnehmen und ihre Geduld hätte Grenzen. Daraufhin wurde die Versammlung
verlängert.
Bei einem anderen Zwischenfall wurde ein selbstgebastelter Sprengkörper,
ein mit Sprengstoff gefülltes Yakhorn, in die Nähe des Verwaltungsamtes von
Kyabhel Shang geworfen, das sich im Bezirk Gonjo in der Präfektur Chamdo
befindet. Wer hinter dem Vorfall steckt, ist unklar. Jedenfalls erreichten
am 1. April vier chinesische Armeefahrzeuge das Kloster Thang Kya und
verhafteten einige Mönche, namentlich Rinchen Gyaltsen (28), Gyurmey
Dhondup (28) und Dorjee Wangyal (31). Die chinesischen Behörden
beschuldigten nicht nur diese vier Mönche, den Anschlag organisiert zu
haben, sondern sie erlaubten den Mönchen auch nicht mehr, das Kloster zu
verlassen, und stellten es unter Belagerung. Am 3. April gaben Mönche nicht
nur zu Protokoll, daß ihre vier Mitbrüder unschuldig seien, sondern sie
verlangten auch die sofortige Freilassung der Verhafteten und forderten
mehr Meinungsfreiheit und religiöse Freiheiten. Und wieder verhaftete die
chinesische Armee noch mehr Mönche, diesmal waren Tseten (17), Kunga
Phuntsok (19), Tsewang Yeshi (20), Tsering Wangdu (17), Wangyal (21),
Kunsang Tsering (20) betroffen. Die Militärs packten sie auf ein Fahrzeug,
fuhren sie herum und verkündeten öffentlich, sie wären Separatisten. Und
obwohl die chinesischen Behörden nicht den geringsten Beweis für eine
Beteiligung der Mönche an dem Sprengstoffanschlag haben, haben sie
absichtlich öffentlich verbreitet, die Mönche seien darin verwickelt.
Wie aus einer anderen zuverlässigen Quelle verlautet, hat vor ein paar
Tagen Sangpo, ein Mönch von der Nangten Akademie, die sich in der Präfektur
Kardze in der Provinz Sichuan befindet, bei einer friedlichen Demonstration
in Dartsedo eine tibetische Fahne hochgehalten. Bei einem anderen
Zwischenfall soll ein Laie namens Lhakpa aus dem Dorf Acharusar, das in
Minyak (Lhagang Shang) im Bezirk Dartsedo liegt, in Sichtweite der
chinesischen Militärs die tibetische Nationalfahne hochgehalten und gerufen
haben "Freiheit für Tibet“ und „Wir wollen die Rückkehr Seiner Heiligkeit,
des Dalai Lama, nach Tibet". Beide wurden verhaftet und man weiß nichts
über ihren Verbleib.
Tibetan Solidarity Committee
http://www.stoptibetcrisis.net, 15. April, 2008
Tibetische Schule zum Schließen gezwungen, katastrophaler Zustand in
Gefängnissen
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Laut einer zuverlässigen Quelle wurde am 8. April die dem Kloster Kirti
angeschlossene Taktsang Lhamo Schule von der chinesischen Regierung zum
Schließen gezwungen. Der Schwerpunkt der Schule lag zum einen auf der
tibetische Sprache, zum anderen auf der Bildung von Novizen unterhalb von
18 Jahren sowie der Nomadenkinder in der tibetischen Kultur. Es gingen etwa
500 Kinder in die Schule. Die Schule wurde 1986 gegründet und war für die
vielen Kinder, die keine andere Bildungsmöglichkeit haben, von ungeheurem
Wert. Obgleich die chinesische Regierung behauptet, daß die Schließung der
Schule nur auf die Beteiligung einiger Schüler an den Demonstrationen am
15. März zurückzuführen sei, ist es jedoch ganz offensichtlich, daß der
eigentliche Grund für die Schulschießung ist, die weitere Förderung der
tibetischen Sprache und Kultur zu unterbinden.
Die chinesische Regierung setzt ihre willkürlichen Festnahmen fort, so
werden in einem Gefängnis augenblicklich 800 Tibeter festgehalten. Nach den
Aussagen einiger Tibeter, die dort inhaftiert waren, bekamen sie nur eine
Tasse schwarzen Tee und ein einziges "tingmo", ein in Dampf gegartes Brot,
alle vier Tage. Heftige Schläge und schwere Folter führten zu gebrochenen
Gliedern, Rippenbrüchen und einige verloren sogar ihr Augenlicht.
Die chinesische Regierung betrachtet alle Tibeter als Feinde Chinas, wobei
sie besonders hartnäckig daran festhält, daß die Koexistenz zwischen
Tibetern und Chinesen unmöglich sei. Dies wird deutlich an solch häufig
gebrauchten Formeln wie "du lebst und ich sterbe" oder "ich lebe und du
stirbst" oder "wir und unsere Feinde", was ihre weitgehend praktizierte
Politik des "teile und herrsche!" zum Ausdruck bringt. So erleben Tibeter
zum Beispiel auf dem Gebiet der Arbeit derzeit noch mehr ethnisch bedingte
Repression und Diskriminierung. Die chinesischen Behörden trauen ihren
eigenen Sicherheitskräften tibetischer Herkunft nicht mehr, so daß sie die
Notwendigkeit verspüren, sie durch chinesisches Militär zu ersetzen, was
für die Tibeter natürlich bedeutet, daß sie ihre Arbeitstelle verlieren.
Wenn es zwischen einem Tibeter und einem Chinesen zu einem Streit oder
einer tätlichen Auseinandersetzung kommt, wird der Tibeter immer als der
Schuldige angesehen und festgenommen, selbst wenn er sich nichts hat
zuschulden kommen lassen. Im Gegensatz zu der chinesischen Behauptung, daß
Seine Heiligkeit, der Dalai Lama, und die Tibeter "Separatisten" seien,
sitzen die wahren Separatisten in der chinesischen Regierung, die durch
ihre "divide et impera" - Politik den Bruch zwischen Tibetern und Chinesen
immer weiter vertiefen und die vorhandenen Spannungen erhöhen.
In Anbetracht der äußerst kritischen Situation in Tibet appellieren wir an
die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich unserer
folgenden Forderungen dringend anzunehmen:
1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu
schicken;
2) der freien Presse unverzüglich Zugang nach ganz Tibet zu ermöglichen;
3) dem brutalen Morden in ganz Tibet unverzüglich ein Ende zu setzen;
4) für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und verhafteten
Tibeter zu sorgen;
5) die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu
lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen. Dr. med. Ingfried Hobert
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