Presse / Aktuelles Artikel "Capri Sonne - Chemielabor pur" vom 27.05.2009
Das Capri-Sonne-Experiment für zu Hause
25. Mai 2009 | Wo viele Früchte drauf sind, müssen nicht unbedingt viele Früchte drin sein. So genannte „Fruchtsaftgetränke“ wie Capri-Sonne haben mit „Fruchtsaft“ nämlich nicht viel zu tun. Werden sie aus Zitrusfrüchten wie Orangen hergestellt, muss der Fruchtsaftanteil lediglich 6% betragen. Bei Capri-Sonne Orange sind es ganze 12%, wobei etwas mehr als die Hälfte davon Orangensaft ist. Aufgefüllt wird das bisschen Saft mit viel Wasser, dazu kommen jede Menge Zucker und vor allem: Aromen.
Ohne die Geschmacksstoffe aus dem Labor würde das Ganze nämlich ungefähr so „fruchtig“ schmecken wie die Pappschachtel der Capri-Sonne 10er-Box. Auch „natürliches Aroma“, wie Capri-Sonne es verwendet, muss nicht aus den Früchten stammen, die auf der Verpackung glänzen. Es wird meist mithilfe von Bakterien oder Pilzen aus den unterschiedlichsten „tierischen und pflanzlichen“ Rohstoffen gewonnen. Welche das sind? Dazu schweigt sich der Hersteller aus.
Wie aufgeschmissen die Capri-Sonne-Mischung ohne Aromen wäre und wie wenig ein Fruchtsaftgetränk mit Früchten zu tun hat, zeigt folgender Versuch, den wir Ihnen auf jeden Fall zum Nachmachen zu Hause empfehlen:
Rühren Sie einfach alle Zutaten zusammen und probieren Sie die Mischung! Schmeckt nicht so wie gewohnt? Kein Wunder, fehlt ja auch noch etwas – aber das gibt’s eben nur im Wunderland des Lebensmittellabors.
Der außerordentliche Erfolg von Capri-Sonne in Deutschland und der ganzen Welt ist höchstwahrscheinlich auch ein Verdienst der Aromenmischung. Aromen sind ein inzwischen kaum noch wegzudenkender Bestandteil der industriellen Lebensmittelproduktion, mit ihnen kann die Lebensmittelindustrie Rohstoffe sparen und schon die kleinsten Kinder an standardisierte und vor allem markenabhängige Geschmäcker gewöhnen. Nur mit dem, was auf der Packung so schmackhaft aussieht, hat das, was in der Packung ist, dann am Ende wenig zu tun.
Dr. med. Ingfried Hobert
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