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Presse / Aktuelles

Artikel "Worte können Türen öffnen oder Mauern errichten" vom 18.01.2009

Worte können Fenster sein – oder Mauern

Die Einfühlsame Kommunikation ist eine Grundhaltung und Verständigungsform,

die in allen Lebensbereichen wirksam ist. Sie ist weltweit friedensfördernd erprobt und wird in Krisengebieten ebenso eingesetzt wie in Schulen, Unternehmen, Institutionen, zwischen einzelnen Menschen und in Gruppen.
Die Gewaltfreie Kommunikation liefert einen Rahmen für die Entwicklung von Fähigkeiten, die bei der Lösung menschlicher Probleme von Nutzen sind, angefangen von Konflikten, die in engeren persönlichen Beziehungen auftreten, bis hin zu weltweiten politischen Auseinandersetzungen

„Alle Form von Gewalt ist ein tragischer Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse"
(Marshall B. Rosenberg) Der Gesprächsprozess der einfühlenden Kommunikation

Die Gewaltfreie Kommunikation gibt Ihnen mit dem Modell der 4 Schritte konkrete und erlernbare Werkzeuge in die Hand, die Sie dabei unterstützen

  • Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, ohne Ihre GesprächspartnerInnen zu beschuldigen oder zu kritisieren,
  • Bitten klar zu formulieren, ohne anderen zu drohen, sie zu manipulieren oder zu erpressen,
  • Vorwürfe, Kritik und Forderungen nicht persönlich zu nehmen, sondern durch mitfühlendes Hören zu klären, was dahinter steht.

Immer wieder erleben wir, wie schwierig es ist, Probleme zu lösen und Konflikte auszutragen ohne sich gegenseitig zu beeinträchtigen oder zu verletzen. Wir merken, welche Bedeutung dabei unserer Sprache zukommt. Menschen verletzen Menschen durch Worte. Worte hinterlassen Narben. Sie belasten oder beenden die Beziehung. Worte können uns trennen oder verbinden, mit ihnen errichten wir Mauern oder eröffnen Fenster.

Durch die Gewaltfreie Kommunikation werden Sie besser verstehen, dass...

  • Alles, was ein Mensch jemals tut, ein Versuch ist, Bedürfnisse zu erfüllen,
  • Jegliche Form von Gewalt der tragische Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse ist,
  • Es für alle Beteiligten förderlicher ist, Bedürfnisse durch Kooperation statt durch Wettbewerb zu erfüllen,
  • Es Menschen von ihrer innersten Natur her Freude bereitet, zum Wohlergehen anderer beizutragen, wenn sie das freiwillig tun können.

Gewaltfreie Kommunikation

• bedeutet in Verbindung sein mit Gefühlen und Bedürfnissen

• ist Leben, geprägt von erwartungsfreiem Geben und gegenseitiger Unterstützung als na-türlichem und freudvollem Prozess

• bedeutet Selbstverantwortung für sich übernehmen – ohne zu verurteilen und zu bewerten

• ist Empathie: das bedeutet, Ver-bundenheit erfahren – daraus erwächst auf natürliche Weise die Fähigkeit, zum Wohle der Welt zu handeln.

• schafft die Möglichkeit, auch in schwierigen Situationen mit sich selbst und anderen in Verbindung sein und auf eine Weise zu kommunizieren, die dem Frieden Raum gibt. Gewaltfreie Kommunikation

Gewaltfreie Kommunikation verändert die üblichen Sprachmuster, die oft auf Schuldzuweisungen, Vorwürfen, Konkurrenz, etc. beruhen. Die Sprache erweitert sich um kommunikative Fähigkeiten, die es uns ermöglichen auch unter herausfordernden und konfliktreichen Umständen menschlich und in innerer Verbindung mit uns selbst und dem Gegenüber zu bleiben .

Zwei grundlegende Fragen sind dabei relevant:

· "Wie geht es mir / Wie geht es dir?" bzw. "Was ist in mir lebendig?"

· " Was kannst Du/kann ich tun/ um mein/dein Leben zu bereichern?"

Wie wird das sprachlich und gedanklich umgesetzt?

Sich selbst verstehen und klar ausdrücken:
Beobachtung - Wenn ich sehe, dass du ....... handelst,
Gefühl - dann fühle ich mich ...,
Bedürfnis - weil ich ... brauche.
Bitte - Könntest du bitte ... tun

Sich in den Anderen hinein versetzen:
Beobachtung - Wenn du siehst, dass jemand ....... handelt,
Gefühl - dann fühlst du dich ...,
Bedürfnis - weil du ... brauchst.
Bitte - Hättest du gerne, dass derjenige ... tut?

Entwickelt wurde die Methode von Marshall C. Rosenberg, Dr. der Psychologie, und weltweit anerkannter Konfliktmediator.

Empathie bedeutet vorurteilfreies und respektvolles Verstehen der Erfahrungen anderer Menschen:
Einfühlung eben.
Eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken fällt uns schwer.Und zusätzlich zu der Unfähigkeit, uns zu artikulieren, tragen wir diese endlose Sehnsucht mit uns herum, diesen Hunger danach, gehört und gesehen zu werden, so wie wir sind. Den Hunger nach Anerkennung und Respekt. Genau das ist der Grund warum gewaltfreie Kommunikation funktioniert, weil sie für all diese Dinge Raum schafft. Bestimmt kein Kuschelkurs, sondern ein Weg zum einfühlenden Verstehen anderer Menschen: Einfühlung eben.
Die vier Komponenten der Gewaltfreien Kommunikation:
1. Beobachtungen:
Was geschieht in einer Situation tatsächlich - was beobachten, was hören wir?
2. Gefühle:
Wie fühlen wir uns beim Beobachten dieser Handlung?
Fühlen wir uns verletzt, gerührt, entrüstet, fasziniert?
3. Bedürfnisse:
Welche unserer Bedürfnisse stehen hinter diesen Gefühlen?
Ist es z.B. unser Bedürfnis nach Sicherheit,
Wertschätzung, körperlicher Nähe oder Harmonie?
4. Bitten:Was wollen wir vom anderen, so dass unserbeider Leben bereichert wird?
Was kann er oder sie konkret dafür tun?


Dr. med. Ingfried Hobert

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