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Presse / Aktuelles

Artikel "Die Heilkraft des gesprochenen Wortes" vom 20.12.2008

Worte können Mauern aufbauen oder Türen öffnen 

Das gesprochene Wort ist nicht nur Ausdruck der Identität des Menschen, es ist auch Ausdruck seiner psychoemotionalen Stabilität und inneren Festigkeit.

Aus fernöstlicher Sicht ist je irdische Manifestation Ausdruck einer allumfassenden Kraft, einer dynamischen Energie, die jedes Lebewesen durchdringt und stark oder eher schwach zum Ausdruck kommen kann. Lebendigkeit, Begeisterungsfähigkeit, Gelassenheit, innere Stärke, Mut und Freude sind Ausdruck eines gleichmäßigen Flusses dieser Lebensenergie die von den Chinesen Qi, von den Tibetern Nüspa genannt wird. . Der Mensch, dessen Lebensenergie in Fülle undichmäßig fließt, hat eine klaren festen Blick, leuchtende Augen ein bestimmtes, präsentes Auftreten und vor allem eine starken und deutlichen Stimme. Er ist Dank des Wortschatzes seiner Muttersprache in der Lage mit klarenWorten seiner Identität kulturkonform Ausdruck zu verleihen. Eine klare und reine von Fremdem unverfälschte Sprache ermöglicht es ihm seiner kulturspezifischem Ausrichtung entsprechende Worte zu finden mit denen er mit einem hohen Maß an Authentizität all das ausdrücken kann was seinem Menschsein entspricht.

Ausgesprochen in der Tradition des Gebets oder der Meditation ( Mantra) hat es stärker noch als die dahinter stehenden Gedanken eine unsichtbare Kraft die auf persönliche Freud oder Leid Einfluß nimmt. Umso klarer, wahrhaftiger und vor allem bewusster der Mensch mit seiner Sprache umgeht, desto mehr wird er auch etwas von ihrer unsichtbaren Heilkraft spüren. Nicht nur die zahlreichen Beispiele aus der Bibel machen dies deutlich sondern auch die vielen Rituale die wir heute noch gerne mit überzeugenden Worten anwenden ( siehe das „Heile heile Segen“ das bei Kindern immer noch „Wunder“ wirkt.

Klare Worte sind Energie in Aktion. Sie lenken Aufmerksamkeit und Bewusstsein und bringen Kräfte in Bewegung der Auswirkungen immer wieder erstaunen.

Klare und wahrhaftige Worte brauchen das Vehikel einer unmißverständlichen Sprachkultur. Diese darf niemals durch Verfälschungen von Außen missbraucht werden, da sie sonst ihrer Wahrhaftigkeit beraubt wird. ( s. Anglizismen als Volksverdummung)

Worte können Fenster sein – oder Mauern

Die Einfühlsame Kommunikation ist eine Grundhaltung und Verständigungsform,

die in allen Lebensbereichen wirksam ist. Sie ist weltweit friedensfördernd erprobt und wird in Krisengebieten ebenso eingesetzt wie in Schulen, Unternehmen, Institutionen, zwischen einzelnen Menschen und in Gruppen.
Die Gewaltfreie Kommunikation liefert einen Rahmen für die Entwicklung von Fähigkeiten, die bei der Lösung menschlicher Probleme von Nutzen sind, angefangen von Konflikten, die in engeren persönlichen Beziehungen auftreten, bis hin zu weltweiten politischen Auseinandersetzungen

„Alle Form von Gewalt ist ein tragischer Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse"
(Marshall B. Rosenberg) Der Gesprächsprozess der einfühlenden Kommunikation

Die Gewaltfreie Kommunikation gibt Ihnen mit dem Modell der 4 Schritte konkrete und erlernbare Werkzeuge in die Hand, die Sie dabei unterstützen

  • Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, ohne Ihre GesprächspartnerInnen zu beschuldigen oder zu kritisieren,
  • Bitten klar zu formulieren, ohne anderen zu drohen, sie zu manipulieren oder zu erpressen,
  • Vorwürfe, Kritik und Forderungen nicht persönlich zu nehmen, sondern durch mitfühlendes Hören zu klären, was dahinter steht.

Immer wieder erleben wir, wie schwierig es ist, Probleme zu lösen und Konflikte auszutragen ohne sich gegenseitig zu beeinträchtigen oder zu verletzen. Wir merken, welche Bedeutung dabei unserer Sprache zukommt. Menschen verletzen Menschen durch Worte. Worte hinterlassen Narben. Sie belasten oder beenden die Beziehung. Worte können uns trennen oder verbinden, mit ihnen errichten wir Mauern oder eröffnen Fenster.

Durch die Gewaltfreie Kommunikation werden Sie besser verstehen, dass...

  • Alles, was ein Mensch jemals tut, ein Versuch ist, Bedürfnisse zu erfüllen,
  • Jegliche Form von Gewalt der tragische Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse ist,
  • Es für alle Beteiligten förderlicher ist, Bedürfnisse durch Kooperation statt durch Wettbewerb zu erfüllen,
  • Es Menschen von ihrer innersten Natur her Freude bereitet, zum Wohlergehen anderer beizutragen, wenn sie das freiwillig tun können.

Gewaltfreie Kommunikation

• bedeutet in Verbindung sein mit Gefühlen und Bedürfnissen

• ist Leben, geprägt von erwartungsfreiem Geben und gegenseitiger Unterstützung als na-türlichem und freudvollem Prozess

• bedeutet Selbstverantwortung für sich übernehmen – ohne zu verurteilen und zu bewerten

• ist Empathie: das bedeutet, Ver-bundenheit erfahren – daraus erwächst auf natürliche Weise die Fähigkeit, zum Wohle der Welt zu handeln.

• schafft die Möglichkeit, auch in schwierigen Situationen mit sich selbst und anderen in Verbindung sein und auf eine Weise zu kommunizieren, die dem Frieden Raum gibt. Gewaltfreie Kommunikation

Gewaltfreie Kommunikation verändert die üblichen Sprachmuster, die oft auf Schuldzuweisungen, Vorwürfen, Konkurrenz, etc. beruhen. Die Sprache erweitert sich um kommunikative Fähigkeiten, die es uns ermöglichen auch unter herausfordernden und konfliktreichen Umständen menschlich und in innerer Verbindung mit uns selbst und dem Gegenüber zu bleiben .

Zwei grundlegende Fragen sind dabei relevant:

· "Wie geht es mir / Wie geht es dir?" bzw. "Was ist in mir lebendig?"

· " Was kannst Du/kann ich tun/ um mein/dein Leben zu bereichern?"

Wie wird das sprachlich und gedanklich umgesetzt?

Sich selbst verstehen und klar ausdrücken:
Beobachtung - Wenn ich sehe, dass du ....... handelst,
Gefühl - dann fühle ich mich ...,
Bedürfnis - weil ich ... brauche.
Bitte - Könntest du bitte ... tun

Sich in den Anderen hinein versetzen:
Beobachtung - Wenn du siehst, dass jemand ....... handelt,
Gefühl - dann fühlst du dich ...,
Bedürfnis - weil du ... brauchst.
Bitte - Hättest du gerne, dass derjenige ... tut?

Entwickelt wurde die Methode von Marshall C. Rosenberg, Dr. der Psychologie, und weltweit anerkannter Konfliktmediator.

Empathie bedeutet vorurteilfreies und respektvolles Verstehen der Erfahrungen anderer Menschen:
Einfühlung eben.
Eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken fällt uns schwer.Und zusätzlich zu der Unfähigkeit, uns zu artikulieren, tragen wir diese endlose Sehnsucht mit uns herum, diesen Hunger danach, gehört und gesehen zu werden, so wie wir sind. Den Hunger nach Anerkennung und Respekt. Genau das ist der Grund warum gewaltfreie Kommunikation funktioniert, weil sie für all diese Dinge Raum schafft. Bestimmt kein Kuschelkurs, sondern ein Weg zum einfühlenden Verstehen anderer Menschen: Einfühlung eben.
Die vier Komponenten der Gewaltfreien Kommunikation:
1. Beobachtungen:
Was geschieht in einer Situation tatsächlich - was beobachten, was hören wir?
2. Gefühle:
Wie fühlen wir uns beim Beobachten dieser Handlung?
Fühlen wir uns verletzt, gerührt, entrüstet, fasziniert?
3. Bedürfnisse:
Welche unserer Bedürfnisse stehen hinter diesen Gefühlen?
Ist es z.B. unser Bedürfnis nach Sicherheit,
Wertschätzung, körperlicher Nähe oder Harmonie?
4. Bitten:Was wollen wir vom anderen, so dass unserbeider Leben bereichert wird?
Was kann er oder sie konkret dafür tun?


Dr. med. Ingfried Hobert

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