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Presse / Aktuelles

Artikel "Weitere Fälle von Verhaftung, Verurteilung und unbekanntem Verbleib" vom 21.09.2008

Tibetan Solidarity Committee (Tibetisches Solidaritätskomitee)
http://www.stoptibetcrisis.net
Pressemitteilung, 30. August 2008

Weitere Fälle von Verhaftung, Verurteilung und unbekanntem Verbleib
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Einer zuverlässigen Quelle zufolge wurde am 13. August ein Mönch namens
Sengha aus dem Kloster Tokden Mindrol Tashi Kyil (Yungdrung Bon-Kloster) in
der Gegend Ngaba in der tibetischen Provinz Amdo von der chinesischen
Polizei verhaftet, weil er angeblich Informationen über die friedlichen
Proteste der Tibeter an die Außenwelt weitergegeben hatte. Am 14. August
umstellten paramilitärische Kräfte sein Haus und schickten seine betagte
Mutter, die dort wohnte, nach draußen. Sie durchsuchten das Haus und
konfiszierten einige Gegenstände; worum es sich dabei handelt, wurde nicht
bekannt. Er war bereits drei Jahre inhaftiert gewesen, weil er im Jahr 2000
Plakate mit der Forderung nach einem unabhängigen Tibet aufgehängt und 1000
Bilder Seiner Heiligkeit des Dalai Lama verteilt haben soll, unter denen
geschrieben stand: „Für uns ist Seine Heiligkeit der Dalai Lama das
spirituelle Oberhaupt Tibets. Wir beten für seine umgehende Rückkehr nach
Tibet“.

Ende Juli dieses Jahres verurteilte das Präfekturgericht von Nagchu einen
Tibeter namens Takla, der etwa 22 Jahre alt ist und aus Nangchen (Kham)
stammt, zu eineinhalb Jahren Haft, doch er war bereits ein ganzes Jahr
inhaftiert gewesen, weil er angeblich Bilder Seiner Heiligkeit des Dalai
Lama und Tonaufnahmen von dessen Belehrungen, in denen er sich gegen die
Verwendung Tierfellen ausgesprochen hatte, verteilte.

Einer neuen Information zufolge befand sich unter den Mönchen, die am 13.
März bei einer friedlichen Demonstration vor dem Jokhang Tempel verhaftet
wurden, auch der Mönch Sonam Rabgay, dessen Verbleib trotz zahlreicher
Versuche von ihm nahestehenden Personen, ihn ausfindig zu machen, nach wie
vor unbekannt ist. Sonam Rabgay wurde in Markham geboren und war Vorsteher
des Ramoche Tempels. Er stand schon seit geraumer Zeit unter der strengen
Aufsicht der chinesischen Behörden, weil er bei einer Ansprache vor einer
großen Menschenmenge ein politisches Statement verlesen hatte, in dem es
hieß: „Lang lebe Seine Heiligkeit der Dalai Lama; möge es eine baldige
Lösung der Tibet-Frage geben.“

Angesichts der kritischen Situation in Tibet appellieren wir an die
Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich dringend
unserer folgenden Forderungen anzunehmen:

1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu
entsenden;
2) unverzüglich der freien Presse Zugang zu ganz Tibet 1zu gewähren;
3) unverzüglich dem brutalen Morden in ganz Tibet ein Ende zu setzen;
4) unverzüglich für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und
verhafteten Tibeter zu sorgen;
5) unverzüglich die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu
ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu
lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen. 

Das Department of Information and International Relations (DIIR) der
Tibetischen Zentralverwaltung gibt am 21. August die Zahl der Opfer des
Volksaufstandes wie folgt an:

Hier sind die neuesten Zahlen (Stand 31. Juli) der Opfer durch die brutale
Niederschlagung der friedlichen Demonstrationen von Tibetern in den drei
traditionellen Provinzen Tibets seit dem 10. März 2008:
Tote: 218
Verletzte 1.290
Verhaftete: 6.705

Dr. med. Ingfried Hobert

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