Presse / Aktuelles Artikel "Tibeter aus Ngaba an den Folgen der Folter gestorben" vom 02.06.2008
Tibeter aus Ngaba an den Folgen der Folter gestorben
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Der 58jährige Paltsel Kyab aus dem Bezirk Ngaba, TAP Ngaba, Qinghai (früher
Amdo), starb am 24. Mai in chinesischem Polizeigewahrsam, wo er in
unvorstellbarer Weise gefoltert wurde. Ende April wurde er festgenommen,
weil er gegen die chinesische Regierung protestierte.
Ein weiterer Tibeter namens Takho erlitt schwere Verletzungen und mußte mit
Knochenbrüchen an beiden Beinen ins Krankenhaus gebracht werden. Sein Bruder
Choephel ist gänzlich verschwunden. Takho und Choephel sind zwei der vier
Söhne von Nechung aus dem Dorf Charupa im Bezirk Ngaba, die Anfang Mai nach
der Entlassung aus der Polizeihaft verstorben ist.
Am 23. Mai wurden zwei Nonnen, Jampa Lhamo und Rigzin Wangdon, aus dem
Kloster Dhargey Hardu in der Präfektur Kardze festgenommen und dabei schwer
geschlagen. Sie hatten die Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet gefordert und
die Freilassung aller politischen Gefangenen. Und am Abend des 22. Mai
wurden vier Nonnen der Klosterschule Gesey im Bezirk Kardze – Tenga,
Rinchen, Jamga Dolma und Pema – festgenommen, nachdem sie mittels Verteilung
von Flugblättern gegen die chinesische Regierung protestiert hatten.
Am 23. Mai wurden zwei Mönche, Lobsang Dorjee und Kunga, aus dem Kloster
Ngaba, Amdo, festgenommen, weil sie sich bei der patriotischen Umerziehung
nicht dem Willen der Behörden gefügt hatten. Das Kloster Taktsang Lhamo
Kirti wird nun schon seit zwei Monaten einer intensiven Indoktrinierung
unterzogen mit der Folge, daß die täglichen geistlichen Aktivitäten zum
Stillstand gekommen sind.
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Tibetan Solidarity Committee (Tibetisches Solidaritätskomitee)
http://www.stoptibetcrisis.net, Pressemitteilung, 25. Mai 2008
China sieht in namhaften tibetischen Persönlichkeiten Feinde
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In ihrem Bestreben, die Loyalität des tibetischen Volkes zu gewinnen, griff
die kommunistische Regierung Chinas im Laufe der Zeit verschiedentlich zu
zweifelhaften Mitteln, besonders wenn es um hoch angesehene und berühmte
tibetische Persönlichkeiten geht. Es ist die Strategie der „Einheitsfront“
der Partei, zuerst prominente Tibeter für sich zu gewinnen, um sie dann
gegen das tibetische Volk einzusetzen. Wenn diese Strategie fehlschlägt,
werden gegen die betreffenden Personen fragwürdige Anklagen erhoben, die
jeglicher Basis entbehren, dann werden sie einfach festgenommen und ins
Gefängnis geworfen. Manchmal werden sie am Ende sogar umgebracht.
Die Verhaftung von Tulku Phurbu Tsering aus Kham Tehor in Kardze (chin.
Ganzi) und Alak Khasotsang aus Rebkong (chin. Tongren) in Amdo (chin.
Qinghai) sind nur die jüngsten Beispiele für die tief verwurzelte
Feindseligkeit, mit der die chinesischen Behörden diesen vom tibetischen
Volk hoch verehrten Lamas begegnen.
Wenn wir auf die letzten Jahre zurückblicken, so wurden ausgehend von frei
erfundenen und falschen Anklagen Tulku Tenzin Delek Rinpoche (2002) und
Geshe Sonam Phuntsok (1999) sowie Bangri Tsamtrul Rinpoche (1999) verhaftet
und zu langen Haftstrafen verurteilt. Weiterhin ist Khenpo Jigme Phuntsok
von Larung Gar, Serthar (chin. Seda) zu nennen, der intensivem politischen
Druck ausgesetzt und in seiner Lehrtätigkeit massiv behindert wurde, bis er
schließlich starb. Das Schicksal des jungen wiedergeborenen Panchen Lama und
des ehemaligen Abtes des Klosters Tashi Lhunpo, Chadrel Rinpoche, liegen im
Dunkeln, seitdem sie gegen jedes Gesetz von der chinesischen Regierung
entführt wurden.
Auch in den 80er Jahren hatten Tulku Yulo Dawa Tsering vom Kloster Ganden
und der gelehrte Mönch Kagyur Lama Lobsang Wangchuk, ebenso wie Markham
Woeser Tulku in chinesischer Haft entsetzlich zu leiden. Und davor in den
60er und 70er Jahren wurden zahlreiche renommierte Tibeter, Gelehrte und
Lamas, die beim Volk in hohem Ansehen standen, wozu auch der 10. Panchen
Lama zu zählen ist, verhaftet und eingesperrt.
Noch früher, in den 50er Jahren, wurden maßgebliche tibetische Minister, die
der Sache des tibetischen Volkes zutiefst verbunden waren, von der
chinesischen Besatzungsmacht unter Druck gesetzt, ihre jeweiligen Ämter
niederzulegen. Bapa Phuntsok Wangyal, der Gründer der tibetischen
kommunistischen Partei, verbrachte wegen absolut fiktiver Beschuldigungen
lange Jahre seines Lebens hinter Gittern. In ähnlicher Weise wurden Tausende
tibetischer Lamas und bekannter Persönlichkeiten in Kham und Amdo ins
Gefängnis geworfen, wo sie schließlich umkamen.
Als Ergebnis dieser auf eine tief sitzende Feindschaft zurückzuführenden
Politik, die darin bestand, die in Tibet angesehenen und verehrten
Persönlichkeiten – Vertreter des tibetischen Volkes, die dessen Probleme
freimütig und wahrhaftig vorbrachten – zu verhaften und hinter Gitter zu
stecken, bleiben den Chinesen nun noch eine Handvoll tibetischer
Respektspersonen, wie der von ihnen eingesetzte Panchen Gyaltsen Norbu,
denen jedoch der moralische Rückhalt und die Anerkennung der Bevölkerung
fehlen. Kein einziger von ihnen genießt das Vertrauen und die Achtung der
Tibeter.
Bei der Wiederaufnahme der Kampagne der patriotischen Erziehung und ihrer
Ausweitung auf alle Schichten der tibetischen Gesellschaft rieten die
politischen Ratgeber der Regierung, im Hinblick auf ein besseres Resultat,
tibetische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Lamas dafür
einzuspannen. Als die Behörden jedoch nach möglichen Kandidaten hierfür
suchten, waren sie überrascht, daß niemand bereit war, ihnen zu Diensten zu
stehen und ihre Ideologie dem tibetischen Volk zu vermitteln. Also griffen
sie wieder zu den altbewährten Mitteln brutaler Repression, finanzieller
Anreize und der Täuschung, um der wachsenden Flut antichinesischer Proteste
in Tibet Herr zu werden.
Dr. med. Ingfried Hobert
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