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Praxis Dr. med. Ingfried Hobert

Presse / Aktuelles

Artikel "Erklärung des Sondergesandten Seiner Heiligkeit des Dalai Lama, Kasur Lodi " vom 28.05.2008

Department of Information & International Relations - Central Tibetan
Administration
Dharamsala - 176215, India
Kontakt: Mr Thubten Samphel, Mr Sonam N Dagpo
Tel.: + 91 1892-222510, 224662, Fax: +91 (01892) 224957, email:
diir@gov.tibet.net, www.tibet.net/en/diir/
8. Mai 2008

Erklärung des Sondergesandten Seiner Heiligkeit des Dalai Lama, Kasur Lodi
Gyaltsen Gyari
==========================================================================
Der Sondergesandte Kelsang Gyaltsen und ich hatten die Ehre, gestern,
gleich nach unserer Rückkehr aus China, Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama
Bericht erstatten zu können. Der Kalon Tripa, Professor Samdhong Rinpoche,
nahm ebenfalls an der Besprechung teil. Heute früh unterrichteten wir auch
die stellv. Sprecherin des Abgeordnetenhauses, Dolma Gyari. Der Sprecher,
Karma Choephel, befindet sich derzeit auf einer Dienstreise.

Am 4. Mai 2008 trafen wir in Shenzhen, China, mit dem leitenden
Vizeminister Zhu Weiqun und Vizeminister Sithar von der Abteilung für
Einheitsfrontarbeit der Kommunistischen Partei Chinas zusammen. Wir
möchten unseren Gastgebern gegenüber unsere Wertschätzung dafür
ausdrücken, daß sie auf unseren Vorschlag eingegangen sind, diese
informelle Begegnung in Shenzhen abzuhalten, und daß sie auch damit
einverstanden waren, daß sich nur die Hauptverantwortlichen treffen, ohne
Assistenten. Der amtierende Vizeminister Zhu Weiqun und Vizeminister
Sithar waren bereits in den letzten Jahren unsere Gesprächspartner. Diese
langjährige Beziehung ermöglichte, trotz der derzeit großen Spannungen und
der ernsten Lage in Tibet, einen offenen und freimütigen Meinungsaustausch
in einer freundlichen und respektvollen Atmosphäre.

Das Hauptanliegen, warum wir um diese dringliche informelle Begegnung
gebeten hatten, war, über die kritische Lage in Tibet zu sprechen. Unsere
gegenseitigen Auffassungen wichen, sowohl was die Natur als auch was die
Ursachen der jüngsten tragischen Ereignisse in Tibet betrifft, stark
voneinander ab. Diese Ansichten wurden offen und ehrlich vorgebracht.
Was uns betrifft, so haben wir entschieden die Anschuldigungen gegen Seine
Heiligkeit den Dalai Lama zurückgewiesen, er habe die jüngsten
Demonstrationen und Unruhen in Tibet angezettelt. Statt dessen machten wir
deutlich, daß die Ereignisse in Tibet vielmehr das unvermeidbare Ergebnis
einer jahrzehntelangen verfehlten Politik der chinesischen Regierung
gegenüber den Tibetern sind. Die jüngste Krise in Tibet ist Ausdruck einer
tiefempfundenen Unzufriedenheit und Verbitterung der Tibeter über diese
Politik. Die vordringlichste Aufgabe wäre daher, sich der berechtigten
Anliegen des tibetischen Volkes in realistischer und konstruktiver Art und
Weise anzunehmen.

Wir haben die Notwendigkeit betont, die überall in Tibet herrschende
Unterdrückung zu beenden. Wir haben die Freilassung der Gefangenen
gefordert, angemessene medizinische Behandlung für die Verwundeten und
ungehinderten Zugang für Besucher, einschließlich ausländischer
Medienvertreter. Auch haben wir die Beendigung der „patriotischen
Umerziehung-Kampagne“ gefordert, an der das tibetische Volk großen Anstoß
nimmt.

Wir haben auch den Vorwurf zurückgewiesen, Seine Heiligkeit der Dalai Lama
sabotiere die Olympischen Spiele 2008. Wir machten vielmehr klar, daß
Seine Heiligkeit der Dalai Lama die Olympischen Spiele in Beijing von
Anfang an konsequent und unmißverständlich unterstützt hat.

Trotz großer Meinungsverschiedenheiten in wichtigen Punkten haben beide
Seiten die Bereitschaft signalisiert, nach gemeinsamen Möglichkeiten zur
Lösung der derzeitigen Probleme zu suchen. Jede Seite hat diesbezüglich
konkrete Vorschläge unterbreitet, die Teil der zukünftigen Agenda sein
können. Das Ergebnis war, daß man sich darauf verständigte, die formellen
Gespräche fortzusetzen. Ein Datum für die 7. Gesprächsrunde wird in Kürze
nach gegenseitigen Konsultationen festgelegt werden.

Wir begrüßen die kürzliche Erklärung von Präsident Hu Jintao, der
chinesischen Regierung sei es „ernst mit dem Dialog“ und sein
Eingeständnis, der Dalai Lama sei „gewissenhaft und ernst zu nehmen“. Dies
ist eine ermutigende Aussage in einer Zeit, in der es an der
Aufrichtigkeit Chinas, die Tibet-Frage durch Dialog zu lösen, immer
stärkere Zweifel gibt.

8. Mai 2008
Dharamsala
**************************************************************************
Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Top Floor, Narthang Building, Gangchen Kyishong, Dharamsala 176215, H.P.,
India
Phone/Fax: +91 1892 23363 / 25874, e-mail: dsala@tchrd.org, www.tchrd.org
Kontaktperson: Tenzing Norgay (Englisch) / Jampa Monlam (Tibetisch und
Chinesisch)
Tel: +91 1892 223363 / 229225, Pressemitteilung, 9. Mai 2008

Lage in Labrang extrem gespannt, Mönche, die vor Medienvertretern
protestierten, verschwunden
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Die Lage im Kloster Labrang im Bezirk Sangchu (chin. Xiahe), Gansu, ist
heute außerordentlich angespannt. Tausende von Angehörigen der Bewaffneten
Volkspolizei (PAP) und des Büros für Öffentliche Sicherheit (PSB) haben
das Kloster umstellt, nachdem sie zuvor Hunderte von Mönchen festgenommen
hatten, wie das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie
(TCHRD) aus bestätigter Quelle erfuhr.

Am 7. Mai 2008 kesselten Tausende von Angehörigen der PAP und des PSB
(ihre Zahl wird auf 5’000 geschätzt) das Kloster Labrang ein und führten
überfallartig Razzien durch. Dabei wurden etwa 140 Mönche festgenommen und
zur Inhaftierung weggebracht. Am folgenden Tag protestierte eine große
Zahl von Mönchen und forderte die Freilassung ihrer am Vortrag verhafteten
Gefährten. Da die Behörden eine Eskalation des Protests befürchteten,
ließen sie alle festgenommenen Mönche, bis auf 18, wieder frei. Die Mönche
forderten jedoch auch die Freilassung dieser verbliebenen 18 Mitbrüder,
worauf die Behörden nachgaben und heute früh 11 weitere von ihnen
freiließen.

Obwohl zur Verstärkung der bewaffneten Polizei heute zusätzliche Einheiten
im Kloster eintrafen, protestierten die Mönche wieder in großer Zahl und
forderten die Freilassung der restlichen sieben Mönche, was die Behörden
jedoch rundweg ablehnten und die Mönche davor warnten, Gegenmaßnahmen zu
ergreifen. Das TCHRD fürchtet, daß die Proteste stärker werden und es zu
Blutvergießen kommen könnte, da die Mönche, wie es heißt, entschlossen
seien, um jeden Preis die Freilassung ihrer sieben Gefährten zu erwirken.

Mönche, die Widerstand leisteten, verschwinden

Einer weiteren bestätigten Information aus der Gegend zufolge sind zwei
der Mönche, die vor den Teilnehmern der von der Regierung arrangierten
Tour für ausländische Medienvertreter im Bezirk Sangchu am 7. April offen
ihre Meinung geäußert hatten, verschwunden. Kurz nach dem Besuch der
Journalisten in der Gegend verschwanden Thabkhey und Tsundue.
Ortsansässige Tibeter fürchten, daß die Polizei sie heimlich abführte zur
Strafe für ihre mutige Tat, die der Regierung der Volksrepublik China
einiges Unbehagen bereitete. Die Angehörigen der beiden Mönche erkundigten
sich bei dem örtlichen Büro für Öffentliche Sicherheit nach ihrem
Verbleib, die Beamten gaben jedoch vor, nichts von den beiden zu wissen.
Bis zum heutigen Tag weiß niemand, wo sie hingebracht wurden, und ihre
Familien leben in ständiger Furcht, daß sie heimlich und willkürlich
umgebracht werden könnten.

Dr. med. Ingfried Hobert

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