Presse / Aktuelles Artikel "Erneut willkürlichen Urteile gegen 30 Tibeter" vom 04.05.2008
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Department of Information & International Relations - Central Tibetan Administration
Dharamsala - 176215, India, Kontakt: Mr Thubten Samphel, Mr Sonam N Dagpo
Tel.: + 91 1892-222510, 224957, 224662, E-mail: tneditor@gov.tibet.net,
http://www.tibet.net
Presseerklärung, 29. April 2008
Die tibetische Zentralverwaltung (CTA) hat eine Liste der Gesamtzahl der Todesfälle,
der verletzten und verhafteten Tibeter als Folge der friedlichen Proteste in den
drei traditionellen Provinzen Tibets, also im gesamten Tibet, vom 10. März bis 25.
April erstellt,
Die Zahlen basieren auf Informationen und Berichten von sechs verschiedenen Quellen,
nämlich
Chinadigitaltimes.net, TCHRD, Staatliche Medien, Lhasa Radio, RFA/Anrufer aus Tibet
und CTA
Die von diesen Quellen genannten Tatsachen und Zahlen wurden eingehend geprüft und
miteinander abgeglichen. Daraufhin können wir bestätigen, daß die Zahl der Toten bei
203, die der Verletzten bei über 1000, und die Zahl der Inhaftierten bei mindestens
5.715 liegt. Der Kashag missbilligt die willkürlichen Urteile gegen 30 Tibeter
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Wir missbilligen zutiefst die Willkür der Urteile, die gegen die 30 Tibeter
ergangen sind, die in die jüngsten Protestaktionen in Tibet involviert waren.
Die gegen sie verhängten Strafen reichen von drei Jahren Gefängnis bis zu
lebenslänglicher Haft, nur dafür, dass sie ihr Recht auf freie
Meinungsäußerung in Anspruch genommen haben.
Diese Prozesse waren nicht fair und transparent und entsprachen nach dem
Rechtsstaatsprinzip keinem ordentlichen Gerichtsverfahren. Den Angeklagten war
jeder rechtliche Beistand durch einen unabhängigen Anwalt verwehrt.
Wir befürchten, dass noch viele solcher Prozesse folgen werden, um all die
Tibeter hinter Gitter zu bringen, die sich jetzt in Haft befinden. Alle diese
zukünftigen Prozesse sollten öffentlich und transparent sein. Diejenigen,
deren Verfahren bereits eröffnet ist, brauchen unabhängige Anwälte, die sie
unparteiisch verteidigen können.
Wir ersuchen die chinesische Regierung sehr dringend, nicht mehr länger den
Anschein zu erwecken, dass es sich hier um faire Prozesse handele, und alle
Tibeter, die sich gegenwärtig in Haft befinden, freizulassen.
Der Kashag (die Tibetische Regierung-im-Exil)
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Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Top Floor, Narthang Building, Gangchen Kyishong, Dharamsala 176215, H.P.,
Phone/Fax: +91 1892 23363 / 25874, e-mail: dsala@tchrd.org, www.tchrd.org
Pressemitteilung, 29. April 2008
Mönch in Amdo Golog erschossen, Hunderte von Tibetern festgenommen
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Laut einer dem TCHRD zugegangenen zuverlässigen Information hatten Tibeter aus
der Gemeinde Ponkor, Bezirk Darlag, TAP Golog, Provinz Qinghai, am 21. März
2008 in friedlicher Weise protestiert.
Den Quellen zufolge machten an diesem Tag die Tibeter der Gemeinden Toema und
Mema im Bezirk Darlag Ihrem Unmut über die Besatzer Luft, indem sie die
chinesische Flagge durch die verbotene tibetische Nationalflagge ersetzten.
Der Protest der Tibeter richtete sich auch gegen die chinesischen Behörden,
die sich beeilten, Präsenz zu zeigen. Die Antwort der Behörden war, daß sie am
22. März 2008 fünf große Militärfahrzeuge in den Bezirk Darlag schickten. Beim
Einfahren in den Bezirk wurden die Militärfahrzeuge durch 350 Reiter gestoppt,
die ihnen aus Protest die Straße versperrten.
Vor zwei Tagen wurde berichtet, daß in Lhasa 30 Tibeter zu drastischen
Strafen verurteilt wurden. Human Rights Watch und andere Beobachter
erklärten diesen Prozeß als unfair und undurchsichtig. Den Verurteilten
wurde kein rechtlicher Beistand gewährt. Die Justiz in China ist nicht
unabhängig, die Urteile werden von der Partei vorbestimmt und im
Gerichtssaal nur noch verlesen. Prozesse in China sind nichts als eine
Farce. Siehe auch
http://www.hrw.org/english/docs/2008/04/30/china18684.htm
Hier folgt zuerst die Mitteilung des Tibetischen Zentrums für
Menschenrechte und Demokratie und danach die Pressemitteilung der
Tibetischen Regierung-im-Exil zu diesem Prozeß.
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Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Top Floor, Narthang Building, Gangchen Kyishong, Dharamsala 176215,
H.P., India
Phone/Fax: +91 1892 23363 / 25874, e-mail: dsala@tchrd.org,
www.tchrd.org, Pressemitteilung, 29. April 2008
China sperrt Tibeter nach Schnellverfahren ins Gefängnis
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Chinas staatliche Medien kündigten heute Morgen an, daß 17 Tibeter im
Zusammenhang mit den Unruhen in Lhasa im März 2008 in einem
beschleunigten Verfahren zu drei Jahren bis lebenslänglichem Gefängnis
verurteilt wurden. Es ist der erste Fall einer Gruppe von Tibetern, die
nach dem Beginn der Proteste in Lhasa und den verschiedenen tibetischen
Gebieten unter chinesischer Verwaltung zu drastischen Gefängnisstrafen
verurteilt wurden. Die staatlichen Medien teilten jedoch nicht mit, ob
diese zu äußerst harten Strafen verurteilte Gruppe von Tibetern zu denen
gehörte, die sich selbst stellten, bevor die von den Behörden gesetzte
Frist ablief.
In dem Bericht von Xinhua hieß es: "Zwei Männer, davon einer ein
buddhistischer Mönch namens Basang (Pasang), wurden zu lebenslänglichen
Freiheitsstrafen verurteilt. … Basang war angeklagt, 10 andere, darunter
fünf Mönche, dazu gebracht zu haben, die Räumlichkeiten der örtlichen
Behörden zu zerstören, Geschäfte niederzubrennen und Polizisten
anzugreifen. … Von den fünf Mönchen wurden zwei zu 20 Jahren Gefängnis
und die anderen drei zu jeweils 15 Jahren verurteilt". "Der andere
Mann, der zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt wurde, wurde als
Soi'nam Norbu (Sonam Norbu), Fahrer einer Immobilienfirma in Lhasa,
identifiziert". Über die anderen zehn Verurteilten wurden keine
Einzelheiten bekannt.
Die chinesischen Behörden nahmen auf die gesamttibetischen Proteste im
März 2008 hin Tausende von Tibetern willkürlich fest. Während die
offiziellen Medien davon reden, daß 2300 tibetische Demonstranten
festgenommen worden seien, befürchtet das Tibetische Zentrum für
Menschenrechte und Demokratie (Tibetan Centre for Human Rights and
Democracy, TCHRD), daß die Anzahl der wirklich Festgenommenen diese Zahl
weit übersteigen dürfte [Das DIIR ermittelte die Zahl von 5715
Verhaftungen in der Zeit vom 10. März bis zum 25. April 2008].
Dr. med. Ingfried Hobert
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