Presse / Aktuelles Artikel "Bilder von erneut 11 wahllos erschossenen Mönchen im Netz" vom 21.04.2008
Dem TCHRD gingen 11 Bilder von Tibetern zu, die in der Nähe des Klosters
Tongkor in Kardze erschossen wurden, als die paramilitärischen Truppen am
3. April wahllos auf eine protestierende Menge von Tibetern schoß. Diese
hatten die Freilassung von zwei Mönchen gefordert, die am Vortag
festgenommen worden waren, weil sie sich der patriotischen Umerziehung
widersetzt hatten. Mindestens 14 Personen wurden getötet an diesen Tag, und
nicht acht, wie zuvor berichtet. Die Leichname wurden den Angehörigen
bisher nicht übergeben:
http://www.tchrd.org/press/2008/pr20080417.html
Tsering Woeser ist derzeit die bedeutendste tibetische Schriftstellerin in
Tibet oder China. Sie veröffentlichte Einträge in ihrem Blog über die
Vorfälle in Tibet vom 10. - 25. März. Es sind zeitnahe Berichte einer
Insiderin über das Geschehen in Tibet mit vielen interessanten Details,
besonders über das ungeheure Ausmaß und die Reichweite der Proteste. Seit
dem 10. März steht Woeser unter Hausarrest in Peking.
http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2008/WoeserBlog.html
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Radio Free Asia, www.rfa.org, 15. April 2008
Führende tibetische Schriftstellerin, Fernsehregisseurin und Sängerin
festgenommen
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Kathmandu - Die chinesischen Behörden in Tibet haben im Rahmen ihres
derzeitigen intensiven Feldzugs gegen antichinesische Proteste in der
Region eine führende Schriftstellerin, Fernsehregisseurin und Sängerin
festgenommen, wie von Radio Free Asia berichtet wird.
Wie der tibetische Dienst von RFA aus maßgeblicher Quelle erfuhr, wurde die
weit gereiste Jamyang Kyi, die sogar einmal in den USA auf Tournee war, am
1. April von ihrem Büro in dem staatlichen Fernsehinstitut von Qinghai von
Offizieren der Sicherheitspolizei in Zivil abgeführt. „Sie kehrte nie
zurück“, heißt es aus einer Quelle in Siling (chin. Xining). „Man vermutet,
daß sie zum Verhör in ein Gästehaus gebracht wurde“.
Aus einer anderen Quelle in Peking verlautet, sie sei von dem Büro für
Öffentliche Sicherheit von Xining formell verhaftet worden, obwohl der
Grund für die Anklage nicht bekannt ist. In China folgt auf eine formelle
Festnahme fast immer eine strafrechtliche Verurteilung. „Das
Sicherheitspersonal drang in die Wohnung von Jamyang Kyi ein und nahm ihren
Computer, ihre Mailing-Liste und ihre Telefonbücher mit“, verlautet weiter
aus Xining.
Die etwa 40jährige Jamyang Kyi ist seit zwei Jahrzehnten als Regisseurin in
der Abteilung für tibetische Sprache des staatlichen Fernsehens von Qinghai
tätig. Unter den Tibetern ist sie auch als eine Aktivistin für die Belange
der Frauen bekannt, 2006 machte sie eine Tournee durch die USA, wo sie sang
und Vorträge hielt.
Ihr Blog www.tibetabc.cn/user1/jamyangkyi/index.html
<outbind://102/www.tibetabc.cn/user1/jamyangkyi/index.html> ist bei jungen
tibetischen Computer-Fans sehr populär. Allerdings erschien dort seit
Monaten kein neuer Eintrag mehr und seit Ausbruch der antichinesischen
Proteste in Lhasa, die sich dann auf andere Regionen ausweiteten, liegt es
völlig still.
Die im Bezirk Mangra (chin. Guinan), TAP Tsolho, in der entlegenen
nordwestchinesischen Provinz Qinghai geborene Jamyang Kyi ist auch Sängerin
und Liedermacherin, sie gab mehrere Liedersammlungen heraus, die gut
ankamen, wie z.B. „Prayer“, eine Musik-CD, und zwei Video-DVDs „The Distant
Lover“ und „Karma“. In ihrer Musik verbindet sie Elemente sowohl aus der
Popmusik als auch traditionellen Volksliedern aus allen Gegenden Tibets.
Tibet-Experten sagen, Jamyang Kyi sei in der Vergangenheit noch nie
festgenommen worden, weshalb der Grund für ihre neuliche Verhaftung
rätselhaft bleibt.
Gerade jetzt, angesichts der größten und heftigsten antichinesischen
Proteste in Tibet seit fast 50 Jahren vernehmen die Behörden zahlreiche
Tibeter aus Kham, Amdo und der Gegend um Lhasa, die in den letzten Jahren
im Ausland gewesen sind.
Außerdem gab es bei dem staatlichen Fernsehinstitut von Qinghai letztes
Jahr schon Kontroversen. Nachdem der Dalai Lama 2006 den Tibetern
nahegelegt hatte, auf das Tragen von Pelzkleidung zu verzichten, befahlen
die chinesischen Behörden den tibetischsprachigen Ansagern des
Qinghai-Fernsehens, ihre traditionelle Kleidung mit Pelz zu verbrämen. Die
dort arbeitenden Tibeter sehen in dieser Maßnahme einen recht unverhohlenen
Angriff auf den Dalai Lama im Exil.
Che Xizhen, der Leiter der Propaganda-Abteilung von Qinghai, und Rinchen
Gyal, der Chef der für Ideologie zuständigen Abteilung für
Einheitsfront-Arbeit der KP der Provinz, erschienen im Fernsehinstitut von
Qinghai und verkündeten, daß die tibetischsprachigen Fernsehsprecher von
nun an traditionelle tibetische Kleidung mit Pelzbesatz tragen müßten.
„Hier geht es um Politik, und daher müßt ihr alle nun Pelzbesätze auf eure
Chubas nähen. Wenn ihr keine Pelze habt, dann müßt ihr welche kaufen, wir
geben euch das Geld dafür“, sollen die Funktionäre den Fernsehsprechern
erklärt haben.
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Tibetan Solidarity Comitee
http://www.stoptibetcrisis.net, 16. April 2008
Pressemitteilung
Zwölf Mönche in Gansu festgenommen - chinesische Studenten agieren im
Ausland
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Am 15. April 2008 versammelte sich eine Gruppe Mönche im Innenhof des
Klosters Labrang Tashi Kyil im Bezirk Sangchu in der traditionellen
tibetischen Provinz Amdo (TAP Kanlho, Provinz Gansu). Sie hatten
beschlossen zu protestieren, falls die chinesischen Behörden die 200 am
Morgen verhafteten Mönche nicht freiließen. Um dem Protest der Mönche
entgegenzusteuern, ließen die chinesischen Behörden die 200 Mönche bis auf
drei wieder frei. In der Nacht zum 14. April 2008 waren die bewaffneten
paramilitärischen Kräfte in das Kloster Labrang eingedrungen. Sie
durchwühlten die Behausungen der Mönche und zerrissen jedes Bild seiner
Heiligkeit des Dalai Lama, dessen sie habhaft wurden. Im Kloster Ngog
Gyalmo im Bezirk Sangchu wurden neun Mönche festgenommen, weil sie Bilder
seiner Heiligkeit des Dalai Lama bei sich aufbewahrten.
Jamyang Kyi, eine bekannte tibetische Schriftstellerin und Künstlerin, die
für das Tso-Ngon (Qinghai) Fernsehen arbeitet, wurde verhaftet. Über ihren
Verbleib ist nichts bekannt. Jamyang Kyi ist nicht nur eine beliebte
Sängerin, sie setzt sich auch aktiv für die Rechte der tibetischen Frauen
ein. Sie veröffentlicht ihre Artikel in tibetischer Sprache in ihrem
Internet Tagebuch.
Die chinesische Regierung hat in Tibet bewußt Zwietracht zwischen Chinesen
und Tibetern gesät, und nun geschieht dies sogar in der ganzen Welt. Man
hörte, daß die chinesische Regierung dazu überging, Chinesen im Ausland und
insbesondere chinesischen Studenten Reisekosten und Unterkunft zu bezahlen,
damit sie sich den pro-tibetischen Demonstranten entgegenstellen können,
womit die Kluft zwischen den beiden Völkern noch mehr vertieft wird. Das
von der chinesischen Regierung in freie Länder ins Ausland entsandte
Personal schlug dort nicht nur auf pro-tibetische Protestanten ein, sondern
auch auf ihre eigenen Landsleute, die sich für Demokratie einsetzen. Die
Chinesen provozieren auf diese Weise weitere Spannungen. Mit diesem
Verhalten schadet die chinesische Regierung ihrem Image weit mehr als daß
sie ihm nützen würde.
In Anbetracht der äußerst kritischen Situation in Tibet appellieren wir an
die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich unserer
folgenden Forderungen dringend anzunehmen:
1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu
schicken;
2) der freien Presse unverzüglich Zugang nach ganz Tibet zu ermöglichen;
3) dem brutalen Morden in ganz Tibet unverzüglich ein Ende zu setzen;
4) für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und verhafteten
Tibeter zu sorgen;
5) die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu
lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen.
Tibetan Solidarity Committee/Tibetisches Solidaritätskomitee
Dr. med. Ingfried Hobert
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